Old- & Youngtimer

A in GTA steht für Leichtbau

In den 1960er Jahren gewann der Alfa Romeo GTA zweimal in Folge die Tourenwagen-Europameisterschaft. Wie er das geschafft hat und was ihn heutzutage zur gesuchten Oldtimerrarität macht.

Der in geringen Stückzahlen gebaute GTA wurde als Homologationsmodell entwickelt und ist unter anderem am Aufkleber mit dem vierblättrigen Kleeblatt erkennbar. Bilder: Stellantis

Das 1965 auf dem Amsterdamer Autosalon präsentierte Modell – mit vollem Namen Alfa Romeo Giulia Sprint 1600 GTA – basierte auf der Coupéversion Giulia Sprint GT. Die Karosserie wurde jedoch nahezu komplett aus Leichtmetall gefertigt, wodurch sich das Gewicht um mehr als 200 Kilogramm reduzierte. Damit stand das A in der Typenbezeichnung GTA für alleggerita (italienisch für erleichtert).

Auch der Motor verfügte mit zwei Zündkerzen pro Zylinder über ein spezielles Layout. Hintergrund war die Strategie, mit dem GTA ein Homologationsmodell für den Rennsport zu entwickeln. Autodelta, die Motorsportabteilung von Alfa Romeo, hatte besonders die Langstreckenrennen im Fokus. Die mehr als 500 oder 1.000 Kilometer langen Strecken auf dem Nürburgring, in Monza, Brands Hatch oder Zandvoort lockten in dieser Ära hunderttausende Fans an. Entsprechend groß war das Interesse aller namhaften Marken.

Laut Reglement mussten Modelle, die im Tourenwagen-Rennsport eingesetzt werden sollten, auf einem Serienfahrzeug basieren, das nur in engen Grenzen modifiziert werden durfte. Beim GTA wurde bereits die Karosserie der Straßenversion weitgehend aus Peraluman, einer Aluminium-Magnesium-Zink-Mangan-Legierung, gefertigt – Türen und Motorhaube sowie alle nichttragenden Teile der Karosserie aus Aluminium, nur Bodenblech und Dachsäulen noch aus Stahlblech. Die hinteren und seitlichen Scheiben bestanden aus leichtem Plexiglas.

Von 115 auf 170 PS

Der 1.6-l-Motor ist stark überarbeitet worden: Ölwanne, Motorstirnwanddeckel, Ventildeckel, Getriebeglocke und hinterer Getriebedeckel waren nun aus der Magnesiumlegierung Elektron gegossen. Der Block bestand ohnehin aus Aluminium. Bestückt mit Doppelzündung und zwei 45er Weber-Doppelvergasern leistete der berühmte „Doppel-Nocker“ für die Zeit beeindruckende 115 PS.

Optisch ist der GTA durch die zusätzlichen Lufteinlässe in der Front, die Türgriffe in Form leichter Aluminiumschlaufen, Magnesiumfelgen von Campagnolo, die offensichtlichen Nieten der Karosseriebefestigung, Sportlenkrad und durch Aufkleber mit dem Glücksbringer Quadrifoglio (vierblättriges Kleeblatt) zu erkennen. Zur Wahl standen ab Werk die Karosseriefarben Rot und Weiß.

In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre war das Modell mit der auf mehr als 170 PS gesteigerten Motorleistung das dominierende Fahrzeug in der 1.6-l-Klasse. Werksfahrer Andrea de Adamich (Italien) wurde 1966 und 1967 Europameister, Spartaco Dini (Italien) 1969 Champion. Alfa Romeo gewann in diesen Jahren auch den Markentitel. Außerdem feierte der GTA unzählige Siege bei nationalen Meisterschaften, Bergrennen und Rallyes.

In Deutschland kostete die nur etwa 500-mal gebaute Giulia Sprint 1600 GTA im Jahr 1965 rund 21.500 D-Mark und zählt laut Stellantis damit zu den teuersten Serienfahrzeugen. Heute gehört das Leichtmetallcoupé zu den gesuchten Oldtimerraritäten. In den seltenen Fällen, in denen ein Exemplar angeboten wird, liegt der Preis meist jenseits von 200.000 Euro.

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