Bundesinnungsverband des Kfz-Handwerks (BIV-Kfz)

Themenkompass für das Kfz-Handwerk

Der Bundesinnungsverband des Kfz-Handwerks hat einen Themenkompass mit fünf Leitlinien und Forderungen veröffentlicht, die Werkstätten zu faireren Wettbewerbsbedingungen, offenen Datenzugängen und praxistauglichen Regulierungen verhelfen sollen.

Die Forderungen des BIV-Kfz sollen die Chancengleichheit für Kfz-Betriebe sichern – für einen fairen und zukunftsfähigen Aftermarket. Bild: Jelena – stock.adobe.com

In einem Krafthand-Interview (www.khme.de/was-gruen-sagt) sprach der Bundesinnungsmeister und Vorstandsvorsitzende des BIV Kfz-Handwerk Detlef-Peter Grün darüber, welche Schritte notwendig sind, damit der Verband die Interessen des Kfz-Handwerks wirkungsvoller vertreten kann. Unter anderem kündigte er in dem Gespräch an, dass innerhalb des BIV Fachgruppen zu verschiedenen Themen gebildet und teils auch mit Praktikern besetzt werden.

Wenn man so will, legt der Verband nun als logische Fortsetzung einen „Themenkompass für einen fairen und zukunftsfähigen Aftermarket“ vor. In dem Positionspapier finden sich die folgenden fünf Leitlinien, welche die Chancengleichheit für Kfz-Betriebe sichern sollen.

Datenzugang sichern – Wettbewerb erhalten

Um das zu erreichen, setzt sich der BIV ein für:

  • einen standardisierten und herstellerneutralen Zugang zu fahrzeuggenerierten Daten,
  • einen gleichberechtigten Zugang aller Werkstätten zu Diagnose-, Kalibrierungs- und Wartungsinformationen,
  • die konsequente Verhinderung digitaler Monopole im Fahrzeug-Aftermarket,
  • Cybersecurity-Vorgaben, die Sicherheit gewährleisten, ohne den Wettbewerb einzuschränken.

Reparatur stärken – Nachhaltigkeit ermöglichen

Der BIV nennt als Ziele die Stärkung der Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung sowie bezahlbare Mobilität und fordert:

  • die konsequente Umsetzung eines Rechts auf Reparatur im Mobilitätssektor
  • die Anerkennung freier Werkstätten als qualifizierte Reparaturbetriebe
  • langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen
  • uneingeschränkten Zugang zu Reparaturinformationen, einschließlich softwarebasierter Funktionen
  • den Abbau digitaler Sperren, die Reparaturen verhindern oder erschweren.

Transformation ermöglichen – Marktzugang sichern

Elektromobilität, Fahrerassistenzsysteme, Over-the-air-Updates und automatisiertes Fahren verändern das Fahrzeug und damit auch die Werkstatt. Damit dieser technologische Fortschritt nicht zu einer Marktabschottung führt, braucht es laut BIV die Umsetzung folgender Punkte:

  • vollständiger Zugang zu Diagnoseschnittstellen und Kalibrierungsfunktionen neuer Fahrzeuggenerationen,
  • rechtssichere Rahmenbedingungen für Wartung und Reparatur von Elektrofahrzeugen und ADAS-Systemen,
  • EU-weit anerkannte Qualifizierungsstandards für Hochvolttechnik und Fahrzeugkalibrierung,
  • praxisgerechte Regeln für den Umgang mit softwarebasierten Fahrzeugfunktionen.

Fachkräfte gewinnen – Betriebe stärken

Damit Unternehmertum und die Qualifikation von Fachkräften wieder einfacher werden, macht sich der BIV stark für:

  • moderne und technologieoffene Ausbildungsordnungen,
  • schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse,
  • Unterstützung bei Betriebsnachfolgen und Unternehmensgründungen,
  • weniger bürokratischen Aufwand bei Qualifizierungs- und Dokumentationspflichten,
  • investitionsfreundliche Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Betriebe.

Bürokratie abbauen – Wettbewerbsfähigkeit

Kleine und mittlere Betriebe dürfen nicht am Verwaltungsaufwand scheitern. Um das zu erreichen, setzt sich der BIV ein für:

  • den konsequenten Abbau von Melde-, Dokumentations- und Nachweispflichten,
  • verhältnismäßige Anforderungen im Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz,
  • die Vermeidung von Doppelregulierungen zwischen EU- und nationalem Recht,
  • einfachere und digitale Förderzugänge,
  • den beschleunigten Ausbau von Lade- und Breitbandinfrastruktur.

 

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