Szenarien für den Aftermarket im Jahr 2028

Vom Teileverkäufer zum Mobilitätsanbieter

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Wolk After Sales Experts führt eine Studie unter der Überschrift „Aftermarket Scenarios 2028“ durch.

Assistenzsysteme, Digitalisierung und alternative Antriebe sind drei Faktoren, die in den kommenden zehn Jahren maßgeblich für Absatz sorgen werden: Das ist ein (Zwischen-)Ergebnis einer Studie von Wolk After Sales Experts unter der Überschrift „Aftermarket Scenarios 2028“.

Aus Sicht der befragten Hersteller und Händler besteht demnach intensiver Handlungsbedarf bei Fahrerassistenzsystemen und bei der sogenannten Predictive Maintenance, also der vorausschauenden Wartung, aufgrund zunehmender Anforderungen an Mensch und Equipment.

Auf neue Antriebstechnologien, vornehmlich Elektroautos und moderne Mobilitätsmodelle, scheinen die Befragten besser vorbereitet. Deshalb bestehe hier „abgeschwächter Handlungsbedarf“. Kein großes Thema sind derzeit gepoolte Flotten oder autonomes Fahren. Aus Sicht der Marktanalysten werden neue Geschäftsmodelle im Bereich Know-how/Mobilität notwendig und der Bedarf an Elektronikteilen wird steigen.

 

Szenarien bis 2028
Die Grafik zeigt, wie sich die Absatzmengen von Produktfamilien in Gesamteuropa bis ins Jahr 2028 nach Ansicht der Befragten verändern werden. Bild: Screenshot

In Sachen Antriebe wird es nicht die eine Lösung geben. Gefordert ist die Vielfalt der Antriebe.

Alternative Mobilität habe eher geringe kurzfristige Auswirkungen. Negative Folgen seien: Der Bedarf an vielen Verschleißteilen wird sinken, während der Zugang zu Daten des Kunden wichtiger wird. Insgesamt sehen die Analysten einen Wandel vom Teileverkäufer über den Know-how-Provider zum Mobilitätsanbieter.

Die Studie geht außerdem der Frage nach, wie sich die Absatzmenge von Produktfamilien bis 2028 verändern wird. Dabei wird deutlich: Während Motoren- und Auspuffteile (– 19 %) sowie Bremsenteile (–2 %) rückläufig sind, steigt die Zahl der Elektronikteile (+34 %). Begleiterscheinungen dieser Entwicklung: Die Komplexität der Fahrzeuge wird steigen, der Rückgang an Motorenteilen kann Existenzen bedrohen. Außerdem sei mit Veränderungen in der Sortimentsstruktur im Teilegroßhandel zu rechnen.

Aus Sicht der Werkstätten wird das zu Verschiebungen der Material-/Lohnkostenstruktur führen (höherer Lohnanteil, geringerer Materialanteil). Nicht zuletzt prognostizieren die Analysten einen verstärkten Einsatz von OE-Know-how bei Kalibrierung und Diagnostik bei IAM-Werkstätten. In Sachen Antriebe gebe es nicht die eine Lösung: Gefordert ist die Vielfalt der Antriebe. Während neue Diesel perspektivisch nicht so stark einbrechen wie in den vergangenen Monaten, machen die alternativen Antriebe aus Expertensicht bis ins Jahr 2028 ein Drittel des Bestands aus.

Antriebe 2016 - 2028
Die Grafik zeigt, wie sich der Marktanteil der einzelnen Antriebsarten nach Ansicht der Befragten bis 2028 verändern werden. Bild: Screenshot

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