Der Peugeot 205 – ein Wolf im Schafspelz

In den 1980er Jahren war der Peugeot 205 mit seiner GTI-Variante ein getarnter Sportwagen auf den Straßen Deutschlands. Neben dem VW Golf und sportlichen Mercedes- und Audi-Modellen war er unter den GTI-Fans zwar durchaus beliebt, ging allerdings etwas unter.
Der Peugeot 205 GTI mag wie ein normaler Kleinwagen aussehen, doch wer sich hineinsetzt, wird schnell merken, warum er GTI im Namen trägt. Zugegeben, unter einem Gran Turismo versteht man gemeinhin ein komfortables Fahrzeug, das – mit einem großen Motor ausgestattet – bequemes sportliches Reisen verspricht. Nichts davon konnte der Peugeot vorweisen – dafür aber jede Menge Fahrspaß.
Mit Preisen überhäuft
Schon in seinem ersten Verkaufsjahr 1983 sorgte der „normale“ 205er für Furore, denn er sammelte die zur damaligen Zeit wichtigsten Auszeichnungen: Goldenes Lenkrad, Bester Kleinwagen, Auto des Jahres. Zum Produktionsende 1998 war der 205er mit weit über 400.000 verkauften Fahrzeugen das bis dahin erfolgreichste Peugeot-Modell überhaupt in Deutschland.
Der richtige Spaß begann 1984 mit der ersten GTI-Version. Der 1.6-l-Vierzylinder mit Einspritzung leistete 105 PS. Da er aber nur 850 Kilogramm wog, benötigte er für den Sprint von null auf 100 nur 8,6 Sekunden. Dass der Wagen ein Höchsttempo von um die 190 Sachen erreichte, sah man dem Auto von außen wirklich nicht an.
Der reizvollste und echteste aller GTI
Aber es wurde noch besser: Ab 1986 bastelte Peugeot mit dem 1.9-Liter-GTI an der Legende. Der Reihenvierzylinder war vorn immer noch quer eingebaut, Motorblock und Zylinderkopf waren aus Aluminium, das Ganze ausgestattet mit obenliegender Nockenwelle, die über Zahnriemen angetrieben wurde. Dazu zwei Ventile pro Zylinder und eine elektrische Einspritzung. Als echtes Kind seiner Zeit war im Innenraum viel Kunststoff verbaut, dazu Schalensitze und ein kleines mit Leder überzogenes Lenkrad. Der Wagen stand dabei auf 15-Zoll-Felgen.
Das 875 Kilogramm leichte Fahrzeug wurde von 130 PS angetrieben, die mit einem rauen Vier-Gang-Schaltgetriebe gefühlvoll eingesetzt werden wollten. Schließlich brauchte er nur 7,8 Sekunden von null auf hundert und erreichte in der Spitze 208 km/h. Dazu kam ein straffes Fahrwerk, dem Kurven auch bei flottem Tempo nichts anhaben konnten und das einen soliden Geradeauslauf garantierte. Der Luftwiderstandsbeiwert lag bei gerade einmal 0,34 cw. Ein Tester von Auto Bild jubelte damals: „Er ist unbestritten der reizvollste und echteste aller GTI.“
Aus für das GTI-Modell im Jahr 1988
Der Wolf im Schafspelz wurde in Deutschland nur bis 1988 verkauft, andere GTI-Versionen bis zum Produktionsende 1992. Der normale 205er lebte bis 1998 weiter und fand über fünf Millionen Käufer. Noch heute können sich Fans den GTI-Spaß gönnen: Die Preise für den Klassiker beginnen bei unter 10.000 Euro, können aber auch bis zu 25.000 Euro betragen.
Exklusive Einblicke
Die Experten der zentralen GTÜ-Klassikabteilung haben die Expertise für Klassiker aller Art und kennen die spannenden Aspekte jeder Historie. Krafthand veröffentlicht in loser Folge exklusive Einblicke in die umfangreiche Datenbank der Sachverständigenorganisation.







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