Künstliche Intelligenz in der Kfz-Werkstatt
Künstliche Intelligenz

(K)eine ­Wunderwaffe?

Künstliche ­Intelligenz im Einsatz bei der Fehlerdiagnose und ­Teile­suche ist mittlerweile omnipräsent. Doch ­Vorsicht: Nicht alles ist Gold, was glänzt. Bild: Krafthand

Was die Voraus­set­­z­­ung für ­zu­verlässige ­KI-Tools in Werk­stätten ist, was sich Kfz-Profis von künst­licher Intelligenz ­versprechen und wie sie eigene KI-Anwen­dungen bauen können.

KI ist in der Werkstatt an­gekommen, ohne dass jemand sie bestellt hat. Eine Telefonbefragung der Marktforscher Wolk & Nikolic von 204 Kfz-Betrieben im Juni 2026 zeigt, wie weit die Technik im Markt angekommen ist: Mehr als ein Drittel arbeitet bereits mit KI-Werkzeugen, nur ein Fünftel sieht keinen künftigen Bedarf. Als wichtigstes Einsatzfeld nennt mehr als die Hälfte der Befragten Fahrzeug­diagnose und Fehleranalyse. Von jenen, die KI schon heute aktiv nutzen, sagen das sogar fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer.

Dabei erhält jeder, der einen Fehlercode googelt, vor der ersten Trefferliste eine maschinell erzeugte Textantwort. Ob diese etwas taugt, hängt an einer einzigen Frage: Woher stammen die Daten? Dass sich zuverlässige Daten nicht ohne Weiteres generieren lassen, zeigt sich beispielhaft an dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekt Autowerkstatt 4.0. Unter Führung der LMIS AG entwickelten die Partner mit dem OmnAIScope ein Mehrkanal-Oszilloskop, dessen Messkurven exportiert und gemeinsam ausgewertet werden können. In zwei Ausbaustufen bekamen 70 Betriebe das Gerät, um damit ein halbes Jahr lang Messungen vorzunehmen und mit den Ergebnissen ein KI-­Modell zu trainieren. Lukas Jakubczyk, operativer Projektleiter an der technischen Hochschule Georg Agricola, hat dafür die Technik in die Werkstätten gebracht und die Mitarbeiter geschult.

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