geöffneter Airbag in einem Pkw-Innenraum
Wenn der Airbag zur tödlichen Waffe wird

Leserzuschrift zum Takata-Debakel

Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 70 Menschen aufgrund eines defekten Takata-Airbags bei einem Unfall gestorben sind. Zuletzt ging die Tragödie einer Citroën-C3-Fahrerin aus Frankreich durch die Medien. Auf der Rückrufseite des Autobauers ist zu lesen, dass für die Modelle C3 und DS3 eine Drive-Stop-Maßnahme verhängt wurde, also die dringende Aufforderung, das Auto stehen zu lassen. Bild: nastenka_peka – stock.adobe.com

Die neuesten Entwicklungen im Takata-Airbag-Debakel sowie ein Denkanstoß des Kfz-Meisters Stanimir Markovic für Werkstätten und Händler zur Vertrauensbildung bei Kunden hinsichtlich der Thematik.

Fünf Minuten sollten wir uns alle nehmen, um eine Tragödie zu verhindern und ein Leben zu retten“, schreibt der selbstständige Kfz-Meister Stanimir Markovic aus München in seinem Leserbrief an die Krafthand-Redaktion und appelliert an seine Kollegen, Kundenfahrzeuge regelmäßig auf Rückrufe zu checken.

Dabei bezieht er sich auf die größte Rückrufkampagne der Automobilgeschichte: der weltweiten Rücknahme von Takata-Airbags, die in den Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller verbaut wurden.

Seit 2025 prüft Stanimir Markovic in seiner Werkstatt konsequent alle Fahrzeuge auf die Airbag-Rücknahme. Schon mehr als zehn Pkw mit Takata-Airbag, deren Besitzer nichts vom Rückruf wussten, konnte er identifizieren. Bild: privat

Die Problematik: Bei den Airbags, die vom inzwischen insolventen Hersteller Takata produziert wurden, ist nichtgetrocknetes phasenstabilisiertes Ammoniumnitrat als pyrotechnisches Treibmittel enthalten, dessen Dichte sich nach einigen Jahren im Gasgenerator verändern kann.

Bei einer unfallbedingten Airbag-Auslösung kommt es dann zu einer zu schnellen Verbrennung des Treibmittels, was einen überhöhten Innendruck im Gasgenerator erzeugt. Dadurch kann der Gasgenerator bersten und durch die beschleunigten Metallteile an Insassen schwere bis tödliche Verletzungen verursachen.

Die Veränderung des Treibmittels wird unter anderem durch Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit sowie starke Temperaturschwankungen (z. B. zwischen Tag und Nacht) begünstigt, sodass das Risiko für die Gasgeneratoren anhand von Klimazonen (geografischer Ort der Verwendung) bewertet wird. Neu ist nun die Erkenntnis, dass sich die Gefahr auch durch einen Wasserschaden im Fahrzeug erhöht.


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