Turbolader
Turbolader

Luftspaltisoliertes Blech-Turbinengehäuse – was hat es damit auf sich?

Bild: Motair

Turbolader werden zunehmend auch in Ottomotoren eingesetzt. Hintergrund ist der Trend zu immer mehr Downsizingmotoren, bei denen die Hubraumreduzierung unter anderem durch den Turbolader kompensiert wird.

Kommen jedoch diese bei Benzinmotoren zum Einsatz, resultiert daraus ein Anstieg der Abgastemperatur auf bis zu 1.050 °C. Die hohen Abgastemperaturen sind eine besondere Herausforderung für den Turbolader – insbesondere für das mit heißen Abgasen in Berührung kommende Turbinengehäuse. Das Material wird hier stark belastet. Um dem entgegen zu wirken, gibt es zwar wassergekühlte Turbinengehäuse, diese zehren jedoch einen Teil der im Abgas enthaltenen Energie auf.

Eine wirkungsvollere Lösung ist dagegen das luftspaltisolierte Blech-Turbinengehäuse. Es besteht aus mehreren gestanzten und verschweißten Blechteilen und ist doppelwandig aufgebaut. Zwischen den Blechschichten befindet sich das isolierende Luftpolster, ähnlich wie bei einer Doppelglasscheibe.

Zu den Vorteilen des luftspaltisolierten Blech-Turbinengehäuses gegenüber einem Turbinengehäuse aus Stahlguss zählen:

  1. weitaus geringere thermische Trägheit und damit schnelleres Anspringen des Katalysators beim Kaltstart
  2. Gewichtsreduzierung um ca. 35 Prozent
  3. reduzierte Wärmeabstrahlung in den Motorraum.
Skizze Turbolader
In vielen Fällen werden heute Turboladersysteme mit integriertem Abgaskrümmer gefertigt (Bild). Es gibt jedoch auch Anwendungen, bei denen ein luftspaltisolierter Abgaskrümmer an ein klassisches Turbinengehäuse montiert ist. Bilder: Motair