Dieselpartikelfilter: Werkstatt-Tipps zur Reinigung des DPF und zu Neuteilen

Filterservice: Egal ob Neuteil oder Reinigung, aus dem Fahrzeug muss der verstopfte DPF auf jeden Fall. Rechts: Immer mehr Fahrzeuge mit DPF kommen ins Alter, sodass Werkstätten es vermehrt mit zugesetzten Partikelfiltern zu tun haben. Bilder: Tenneco

Die Einführung der Dieselpartikelfilter (DPF) liegt schon einige Jahre zurück. Folglich kommen immer mehr Kunden in die Werkstatt, die Leistungsmangel, erhöhten Kraftstoffverbrauch und andere Probleme aufgrund eines mit Rußpartikeln beladenen DPF bemängeln. Zu entscheiden ist dann: Partikelfilter austauschen oder reinigen? Worauf Werkstätten in diesem Zusammenhang achten müssen, fasst KRAFTHAND zusammen.

Beklagen Autofahrer einen höheren Verbrauch, kann die Ursache ein zu hoher Rückstau im Abgassystem sein – etwa weil der Dieselpartikelfilter den Abgasstrom nicht mehr wie vorgesehen durchlässt. Dafür sind angestaute Rußpartikel und Ascherückstände verantwortlich. Überschreiten diese Ablagerungen ein gewisses Maß, wird das vom Differenzdrucksensor anhand des angestiegenen Staudrucks registriert, woraufhin die Warnlampe für das Abgasnachbehandlungssystem im Cockpit zu blinken beginnt.

Besonders oft davon betroffen sind Kurzstreckenfahrer, bei deren Fahrprofil die zyklische und vom Abgassystem automatisch eingeleitete Regeneration des DPF nicht oder nur unzureichend abläuft. In solchen Fällen besteht die Chance, über die sogenannte Werkstattregeneration die angestauten Rußpartikel abzubrennen. Dazu muss der Fachmann per Diagnosegerät das entsprechende Programm starten und anschließend ein bestimmtes Fahrprofil absolvieren. So weit so gut. Doch leider ist es nicht immer so einfach wie beschrieben.

Das DPF-Problem
Geht die Rußpartikelbeladung des DPF über ein bestimmtes Maß hinaus, so lässt die Fahrzeugelektronik in der Regel keine Werkstattregeneration mehr zu. Dabei handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme. Denn in solchen Fällen könnte es zu einer übermäßigen Temperaturentwicklung rundum den DPF kommen, weil eine vergleichsweise große Rußpartikelmenge abgebrannt werden muss.

Ist kein Regenerationsmodus mehr möglich, bleiben der Werkstatt drei Optionen, um das Fahrzeug wieder flott zu bekommen:
1)    den DPF erneuern
2)    die DPF-Reinigung durch eine Spezialfirma
3)    die teilweise DPF-Reinigung mit einer chemischen Lösung

Zur letztgenannten Variante muss man wissen: Das ‚Spülen’ mit einer speziellen Flüssigkeit soll die Beladung des DPF soweit reduzieren, dass anschließend die Werkstattregeneration wieder möglich ist. Solche Reinigungsmittel sind bei diversen Anbietern von Werkstattchemie erhältlich. In der KRAFTHAND (18/2013) hat sich die Redaktion mit der Anwendung und Funktion dieser Form der DPF-Regeneration beschäftigt.

Werkstätten, die eine DPF-Reinigung durch Spezialfirmen vorziehen, sollten wissen, dass es dafür verschiedene Verfahren gibt. Wie diese im Detail aussehen, geben nicht alle Unternehmen preis. Bekannt ist aber auf jeden Fall das Reinigungsverfahren per Ofen, bei dem der DPF erhitzt wird. Hierbei verbrennen die Kohlestoffpartikel, sodass sie sich anschließend aus dem Filter blasen lassen. Eine weitere Methode ist das Ausspülen der Partikel mit einem Wasserstrahl-Hochdruckreiniger. Dazu muss der DPF-Filter jedoch frei liegen oder über die Gehäuseöffnungen zugänglich sein.

Reinigungslösungen: Pro und Contra
Betrachtet man die Reinigung durch Spezialfirmen, so garantieren diese natürlich, dass der Partikelfilter wieder einwandfrei funktioniert. Um das nachzuweisen werden teilweise die Ergebnisse von Staudruckprüfungen als Argument herangezogen. Mit solchen Prüfungen wollen verschiedene Filterreiniger die Wirksamkeit ihrer Arbeit dokumentieren. Bei der Staudruckmessung geht es um den Nachweis, dass dieser bei gereinigten Filtern wieder unterhalb des maximal zulässigen Sollwerts ist. Die Logik dahinter: Ist der Rückstau im grünen Bereich, kann der DPF nicht (mehr) durch Ablagerungen verstopft sein.

Bei Walker, einem Anbieter von Ersatz-DPF, sieht man die Filterreinigung jedoch skeptisch. Warum? Dem Unternehmen zufolge handelt es sich dabei nur um Übergangslösungen. „Gereinigte Systeme sind niemals so gut wie ein neues System“, heißt es in der Walker-Broschüre ‚Alles über Partikelfilter’. Die Begründung liefert die technische Abhandlung gleich mit: Ob Reinigung per Ofen oder Ultraschall – bei beiden Varianten würden die abgelagerten Partikel nicht restlos entfernt, heißt es in der Broschüre sinngemäß. Gleiches gilt für die Asche, die sich neben den Partikeln im Laufe der Zeit in einem DPF angesammelt hat. Wenn also eine gewisse Menge an Partikeln und Ascherückständen trotz Reinigung im Filter zurückbleibt, wird dieser schneller wieder beladen sein als ein neuer DPF.

Mehr zum Thema, unter anderem über die Kostenfrage, lesen Sie in der aktuellen KRAFTHAND (8/2015). Das Thema Dieselpartikelfilter behandelt KRAFTHAND übrigens im Rahmen einer Serie. In Ausgabe 9/2015 (erscheint am 16. Mai) zeigt Redakteur Torsten Schmidt auf, dass es durchaus Argumente für die Filterregeneration gibt. In derselben Ausgabe findet sich auch ein Gastkommentar, bei dem ein Branchenvertreter einen interessanten Aspekt zum Thema DPF-Reinigung darlegt.