Blick ins KRAFTHAND-Magazin: Das ist bei schwammigem Bremsgefühl zu tun

Ein Bremsschlauch besteht aus drei Komponenten. Einer Außenhülle aus vulkanisiertem Gummi, einer Kunstfaserverstärkung sowie einem Innenschlauch aus vulkanisiertem Gummi. Bilder: Ferodo

Wenn die Bremse nur langsam reagiert und das Pedalgefühl weich ist, spricht man von einer schwammigen Bremse. Dann stellt sich die erwartete Bremswirkung erst ein, wenn der Fahrer viel Kraft beim Treten des Pedals aufwendet. Doch wodurch entsteht dieser Effekt und wie kann man Abhilfe schaffen?

Ein Bremsschlauch besteht aus drei Komponenten: einer Außenhülle aus vulkanisiertem Gummi, einer Kunstfaserverstärkung sowie einem Innenschlauch aus vulkanisiertem Gummi. Der Alterungsverschleiß macht sich an verschiedenen Stellen des Schlauchs bemerkbar, zum Beispiel an der Außenhülle. Diese ist der Umwelt direkt ausgesetzt. Im Winter, wenn es kalt ist, setzt Streusalz dem Bremsschlauch zu. Doch auch hohe Temperaturen im Sommer wirken belastend. So kann die Kunstfaserverstärkung durch direkte Hitzeeinwirkung beschädigt werden.

Es gibt noch mehr Gründe, warum die Bremsen schlechter ansprechen. So kann die Gummischicht innen durch ­Hitze sowie durch chemisch aggressive Bremsflüssigkeit angegriffen werden. Dies führt an der Bremsleitung zu Rissen und Brüchen. So wird die Durchgängigkeit der Schläuche herabgesetzt. Als weitere Gefährdungen kommt der Kontakt mit Flüssigkeiten, Öl oder Schmierstoffen infrage.

Montage
Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Schläuche nicht verbogen oder verdrillt werden. Zudem ist es wichtig, das richtige Drehmoment einzustellen. Ein zu hohes oder niedriges Anzugsmoment bei der Montage führt zu Leckagen oder Schäden an der Leitung. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Bremsschläuche keine Teile der Lenkung oder der Bremsen berühren. Auch wenn es auf der Hebebühne so aussieht, als seien die Leitungen frei, kann sich dies nach dem Herablassen je nach Federung noch verändern. Nachdem das Fahrzeug wieder herabgelassen wurde, ist deshalb
immer noch eine zusätzliche Kontrolle ratsam: Auch dann dürfen die Brems-
schläuche keinen Teil des Fahrwerks berühren. Hierbei am besten die Vorder­räder maximal einschlagen (links und rechts), um sicherzustellen, dass keinerlei Kontakt mit den Leitungen besteht.

Mängelvermeidung und Vorsorge
Die Überprüfung der Bremsschläuche sollte fester Bestandteil jeder Fahrzeugkontrolle sein. Bremsschläuche sind nicht teuer, können aber für die Sicherheit des Fahrers extrem wichtig werden. Zudem müssen die Bremsschläuche in regelmäßigen Abständen auf Scheuerstellen, Risse, allgemeinen Verschleiß und Dichtheit überprüft werden. Die Fahrzeughersteller empfehlen den Wechsel der Bremsschläuche in der Regel nach 50.000 Kilometern oder wenigstens alle fünf Jahre. Trotzdem sollten die Schläuche bei jeder Wartung überprüft werden.

Bei Bremsschläuchen gibt es zudem einige Qualitätsmerkmale. Diese sind: Hohe Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse, hohe Temperaturbeständigkeit, hohe Elastizität und Robustheit. Außerdem ist gute Verträglichkeit mit den beim Fahrzeug verwendeten Bremsflüssigkeiten wichtig, eine geringe Durchlässigkeit sowie eine geringe Ausdehnung unter Druck.

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