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Vorsicht ‚Standschäden’
09.07.2008 08:46



Zu lange Standzeiten und Überalterung von Caravanreifen können zu Reifenschäden führen.



‚Campen in der freien Natur’: Vor allem lange Standzeiten im Freien beziehungsweise Minderdruck setzen den Reifen von Caravans und Wohnmobilen sehr stark zu. Bild: Blenk

Zehntausende Fans pilgerten anlässlich der EM 2008 mit ihren Wohnmobil auf die österreichisch/schweizer Campingplätze. Im Regelfall aber werden Caravans nur ein- bis zweimal pro Jahr bewegt. Lange Standzeiten und Witterungseinflüsse wie Sonneneinstrahlung, setzen den Reifen zu. Als Werkstattfachmann sollte man darauf ein besonderes Augenmerk legen.

Caravaning liegt im Trend. Die Hersteller von Caravans und Reisemobilen freuen sich über 12 Prozent Umsatzzuwachs und erreichten damit einen Jahresumsatz von 3,17 Milliarden Euro im Jahr 2007. Auch der Absatz von Gebrauchtfahrzeugen entwickelte sich positiv. Im selben Jahr stieg dieser um 6,4 Prozent auf 1,88 Milliarden Euro. (Quelle: Caravaning Industrie Verband e.V.)
„Die meisten Caravaner sind sich nicht bewusst, dass sie ihren Reifen zu viel zumuten“, so Rainer Binder, Vorstand der Delticom AG (unter anderem Betreiber des Online-Handelsportals www.reifendirekt.de). „Viele Fahrzeuge werden nämlich nur zur Urlaubszeit oder für kurze Wochenend-Trips ‚hervorgeholt’ – und das ohne vorher einen Fachmann einen prüfenden Blick auf die Pneus des Boliden werfen zu lassen.“ Denn vor allem lange Standzeiten haben eine deutliche Alterung des Materials zur Folge.
Die Experten des Verbandes Deutscher Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller raten daher bei Caravan-Reifen das Höchstalter von sechs Jahren nicht zu überschreiten. Unfälle durch Reifenplatzer, schleichende Plattfüße und ungenügende Haftung bei Regen sind die fatalen Folgen. Wer diese und andere Pannen vermeiden will, sollte also seine Werkstattkunden vor der Antritt der Reise daraufhin aufmerksam machen und einen entsprechenden Check der Pneus vornehmen und diese bei Bedarf austauschen.  

Tragfähigkeitskennzahl beachten
In vielen Fällen neigen die ambitionierten Hobbycamper Ihr Fahrzeug hoffnungslos zu überladen – von der Grillausrüstung bis zum Motorroller ist alles dabei. Aus Sicht des Experten ist jedoch dringend davon abzuraten, die Belastbarkeit der Reifen bis zum Äußersten auszureizen, da dies auf Kosten der Fahrsicherheit geht. So sind bei Überschreitung des so genannten Tragfähigkeitsindex ((LI/Load-Index) ein unkontrolliertes Schlingern des Wohnwagens oder gar Schleuderunfälle keine Seltenheit.
@te9:Auf dem Reifen findet sich – neben der ‚DOT-Nummer’ (diese steht für das US-amerikanische Verkehrsministerium ‚Department of Transportation’ und bezeichnet unter anderem das Herstellungswerk, den Typcode und den Produktionszeitraum) – auch die die Tragfähigkeitskennzahl (zum Beispiel bei einer Reifengröße von 205/65 R15 100, 100 LI).

Im Zweifel ist es also allemal besser einen prüfenden Blick auf die Bereifung des Urlaubsmobils zu werfen und diese bei Bedarf zu erneuern. Auch auf intakte und korrekte Ventile (Krafthand berichtet in Ausgabe 08/2008) sollten geachtet werden – dann steht der Urlaubsfahrt, zumindest was die Reifen angeht, nichts im Wege.  (gbl)


Beispiele für die maximale Belastbarkeit eines Reifens:

Tragfähigkeitsindex: LI 84 = 500 kg, LI 85 = 515 kg, LI 86 = 530 kg, LI 87 = 545 kg, LI 90 = 600kg, LI 100 = 800 kg. Quelle: www.reifendirekt.de









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